Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft tritt die neue Geoblocking-Verordnung in Kraft, mit der ggf. auch für Ihren Shop dringender Änderungsbedarf besteht.

Um Ihre Änderungen termingerecht durchführen zu können, benötigen wir diese bis spätestens 23.11.2018.

Die neue Geoblocking-Verordnung, die bereits am 03.12.2018 in Kraft tritt, sieht vor, dass Händler ihre Online-Shops nicht mehr für Kunden aus anderen EU-Staaten blockieren oder diese automatisch zu einem länderspezifischen Shop umleiten dürfen.

Die Verordnung beinhaltet unter anderem folgende Punkte, die Sie für Ihren Shop prüfen müssen:

Freier Zugang

Eine automatische Weiterleitung auf Ländershops, die hinsichtlich Sprache, Zahlungsarten und Lieferbedingungen entsprechend angepasst sind, ist künftig grundsätzlich verboten. Grundsätzlich müssen Sie jedem Nutzer aus anderen EU-Mitgliedstaaten den Zugang zu Ihrem Shop ermöglichen (Art. 3 Abs. 1).

Ausnahmen:

  • Ausführliche Zustimmung der Weiterleitung durch Opt-In
  • Eine Weiterleitung ist rechtlich erforderlich (z. B. durch ein Werbe- oder Vertriebsverbot für bestimmte Produkte)

Keine unterschiedlichen AGB

Die Verordnung untersagt zudem eine unterschiedliche Behandlung der Kunden im Hinblick auf den Zugang zu Waren oder Dienstleistungen in den AGB, wenn diese auf der Staatsangehörigkeit, dem Wohnsitz oder dem Ort der Niederlassung basiert. Jeder Kunde soll die Waren genau zu den gleichen Bedingungen erwerben können, wie es für vergleichbare Kunden mit Wohnsitz in dem betreffenden Staat möglich ist. Ein deutscher Kunde muss beispielsweise auch den französischen Shop aufrufen und dort kaufen können.

Lieferung in alle Länder ist nicht vorgeschrieben

Durch die Verordnung besteht jedoch keine allgemeine Lieferpflicht in alle EU-Staaten!
Allerdings: Wenn Sie Ihren inländischen Kunden eine Abholung anbieten, müssen Sie diese Möglichkeit auch allen anderen EU-Kunden anbieten, ebenso wie die Möglichkeit der Lieferung an eine Adresse in einem Mitgliedstaat, den Sie beliefern.

Zahlungsmethoden

Händlern ist es untersagt, innerhalb der EU unterschiedliche Zahlungsbedingungen anzuwenden aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des Ortes der Niederlassung des Kunden, des Standortes des Zahlungskontos, des Ortes der Niederlassung des Zahlungsdienstleisters oder des Ausstellungsortes des Zahlungsinstruments.

Was ist zu tun?

Auch wenn Sie die Umleitung nach Geo-IP nicht nutzen, sollten Sie Ihren Shop im Hinblick auf die folgenden Aspekte prüfen und ggf. überarbeiten:

  • Rechnungsanschriften aus anderen Ländern akzeptieren und ggf. bei Eingabe einer Rechnungsadresse, die außerhalb Ihres Liefergebietes liegt, einen entsprechenden Hinweis zu alternativen Lieferoptionen platzieren
  • Zahlungsmethoden akzeptieren
  • Die Anmeldung in Subshops für ausländische Kunden ermöglichen, auch wenn für diese ggf. ein eigener Ländershop zur Verfügung steht
  • Falls verschiedene Sprachversionen vorhanden sind und eine automatische Weiterleitung erfolgt, zusätzlich:
  • Prüfen, ob weitergeleitet werden muss (Buchpreisbindung, Jugendschutz …)
  • Ansonsten: Automatische Weiterleitungen abschalten, falls vorhanden
  • AGB prüfen: Klären Sie mit Ihrem Rechtsberater, ob AGB-Änderungen notwendig sind

Weitere Informationen zur neuen Geoblocking-Verordnung finden Sie hier.

Bitte klären Sie die individuellen Anpassungsnotwendigkeiten, die sich für Ihren Shop ergeben, mit Ihrem Rechtsberater.

Erfahren Sie, was in Ihrem WEBSALE Onlineshop steckt!